Bald sind es 5 Jahre, das Google mit einem Blogbeitrag ankündigte, zusammen mit Yahoo und damals noch MSN gegen Kommentarspam in Blogs vorzugehen. Dazu wurde eine Erweiterung für das rel-Attribut eingeführt, nämlich “nofollow”.
Es kam zum Aufstand der Blogszene, es wurde viel diskutiert und die Abschaffung gefordert, es gab Anti-nofollow Seiten und so weiter. Was ist davon heute eigentlich geblieben? Es ist ruhiger geworden, viele Scripte wie Wordpress und Dokuwiki arbeiten mit “nofollow” und scheinbar hat sich die Internet-Gemeinschaft damit abgefunden.
Was bewirkt aber eigentlich dieser Wert bei einem Link? “nofollow” zeigt Spidern an, das dieser Link nicht zu verfolgen ist und somit wird ein solcher Link nicht mit in die weitere “Verarbeitung” aufgenommen. Sprich, es wird zum Beispiel bei Google kein Pagerank vererbt, die verlinkte Seite dadurch nicht weiter aufgewertet.
Oftmals werden von Gegner die Argumente angeführt, das “nofollow” die Linkkultur und die Bewertung von einzelnen Seiten bei den Suchergebnissen beeinflussen würde. Sicher ist das nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig.
Jemand der im Internet surft, wird sich nicht im Quelltext anschauen, ob er diesen Link anklicken soll oder nicht. Für den menschlichen Betrachter ist es absolut unrelevant, ab ein Link mit “nofollow” versehen ist oder nicht. Links funktionieren immer noch seit 2005
Und wenn man Webseiten für Menschen und nicht ausschliesslich für Suchmaschinen macht, dann wird dies auch weiterhin kein Problem darstellen.
In der Kritik stand Google insbesondere damals, das es nicht Aufgabe der Blogger und Seitenbetreiber sein kann, die Qualität der Suchergebnisse von Google und Co. zu verbessern. In meinen Augen ein Pseudoargument, beschäftigen sich doch Tag für Tag ganze Heerscharen von SEOs mit der Optimierung und Verbesserung ihrer eigenen Webprojekte, um möglichst weit vorn im Index zu landen. Aus eigener Erfahrung weiss ich von Kunden, die zu der damaligen Zeit ganze Netzwerke aufgebaut haben mit zig tausenden Blog-Netzwerken, um ihre Webseiten im PR und somit in den SERPs zu stärken. Und das mit Erfolg, diese “Google-Verarsche” hat ganz prima geklappt.
Und unbestritten hat “nofollow” auch seine Vorteile. So lassen sich im eigenen Projekt Links damit versehen, die zum Beispiel zur Druckansicht, zu geschützten Bereichen usw. führen. Es sei jedem selbst überlassen, ob es zum Einsatz kommt oder nicht.
Ob nun wirklich Ziel der Aktion die Bekämpfung des Kommentarspams war, sei einmal dahingestellt. Ob es etwas gebracht hat, auch. Wir leben nun rund 5 Jahre mit “nofollow” und die virtuelle Welt ist noch nicht untergegangen
